atelier chamor
Es ist doch erstaunlich welche Faszination von einem alten Gemäuer ausgehen kann. Es weckt Gefühle und Gedanken, bei der Betrachtung unterschiedlicher Menschen, wohl sehr unterschiedliche. Menschliche, politische, kulturelle Tragödien und Höhepunkte hat dieser Ort überdauert und stumm bezeugt.
Es ist selbst Ergebnis eines schöpferischen Gedankens, der in die Tat umgesetzt wurde. Wessen Gedanke es war ist mir nicht bekannt, aber er entstand zweifellos aus dem Bedürfnis, eine Lebensraum für Wohnen und Arbeiten zu schaffen.
Mit den Mitteln des ausgehenden 17.jahrhunderts unter Verwendung von weitaus älteren und schon einmal zusammengefügten Teilen, entsteht zunächst das Wohnhaus, später eine Scheune. Das Wohnhaus selbst weist offensichtlich verschiedene Entwicklungsphasen auf. Die letzten 50-70 Jahre wurde nur unwesentlich in den Erhalt der Substanz investiert.
Der Umgang mit einer derartigen Ruine wirft zahlreiche Fragen auf. Was ist substanziell wirklich erhaltbar, was ist denn wirklich erhaltenswert? Hat das Historische per se das Recht auf Erhaltung, weil es 300 Jahre alt ist? welche Qualitäten ergeben sich aus dem ‚Historischen‘ und welche Qualitäten fehlen gänzlich angesichts unserer heutigen Bedürfnisse?
Das Atelier Chamor ist ein Ort des Experiments, ein Versuchslabor für Planungs- und Entscheidungsprozesse, für handwerkliche Arbeitsweisen, für den Umgang mit Materialien, für die Herstellung und Verarbeitung von Bau- und Werkstoffen.
Das Atelier ist seit 2020 Büroniederlassung
krimmelarchitekten
55, chemin de la Malpierre
F-25680 Rognon
